Emmanuel Macron hat eine Vorliebe für griffige Sprüche, die hängenbleiben, selbst wenn sie gar nicht von ihm stammen. Den jüngsten brachte er beim EU-Gipfel in Budapest vor einer Woche an, Donald Trumps Wahlsieg stand da seit einem Tag fest. Wie andere Politiker auch ließ der französische Präsident dort durchscheinen, dass für die Europäer raue Zeiten anstehen, ob in der Handels-, Außen- oder Verteidigungspolitik. „Die Welt ist gemacht aus Pflanzenfressern und aus Fleischfressern“, sinnierte er auf der Bühne. „Wenn wir uns dazu entschließen, Pflanzenfresser zu bleiben, werden die Fleischfresser gewinnen.“ In seinen Augen wäre es deshalb „nicht schlecht, Allesfresser zu sein“. Ohne Deutschland beim Namen zu nennen, kritisierte Macron die Versuchung, „unsere Geopolitik an die USA und unser Wachstumsmodell an unsere chinesischen Kunden zu delegieren“.
Einsam im Élysée-Palast: Der tiefe Fall des Emmanuel Macron
Frankreichs Präsident tritt gerne als große Führungsfigur auf. Die wird angesichts der Trump-Wahl und des Berliner Regierungs-Chaos dringender gebraucht denn je.
Die Franzosen haben Freude an der großen Inszenierung gefunden.
©Bild: IMAGO/GEPA pictures
Die Franzosen haben Freude an der großen Inszenierung gefunden.
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